Norwegen Teil 2: Insel Runde und Beachen

Mittlerweile sind wir seit über einer Woche unterwegs, irgendwie fühlt es sich aber viel länger an. Zuletzt im Klettergebiet Beachen und auf der Vogeinsel Runde. Die beiden Orte liegen ca. 2 Autostunden (nach norwegischen Verhältnissen also fast nichts) voneinander entfernt und sind gut kombinierbar und so konnten wir gut zwischen Klettern und Fotografieren wechseln. Das Wetter ist nicht mehr durchgehend schön und es ist kälter geworden, doch Regen und ein komplett bewölkter Himmel sind immernoch die Ausnahme.

Blick von der Hochebene der Insel Runde. Das Foto entstand etwa um 23.00 Uhr, die Sonne ist noch nicht untergegangen

Insel Runde

Die Vogelinsel Runde ist eines der Highlights der ganzen Reise, zumindest aus fotografischer Sicht. Sie liegt leicht südlich von Alesund und beheimatet mehr als 100 000 Brutpaare Seevögel. Natürlich ist sie bei Fotografen und Ornithologen sehr beliebt und gut besucht, was den Eindruck und die Schönheit aber kaum trübt. Über eine Brücke ist sie problemlos erreichbar und es absolut wert einige Zeit dort zu verbringen. Das Zentrum der Insel ist der Goksöyr-Camping, hier beginnt der Aufstieg zum Vogelfelsen, ca. 30 Minuten, und man bekommt Informationen über die Insel.

Seeadler

Die Überraschung. Ich hätte nicht gedacht, dass man größten Adler Europas hier so gut beobachten und fotografieren kann. Der nächste Adler zog höchsten 10m über unseren Köpfen hinweg. Die Möwen sind über die Anwesenheit der Seeadler-Brutpaare nicht begeistert und so kommt es immer wieder so spannenden Szenen wenn die Adler attackiert werden.

Dreizehenmöwe attackiert jungen Seeadler

Papageientaucher

Das Wahrzeichen, Highlight, die häufigsten und wohl schönsten Vogel der Insel sind die kleinen Papageientaucher. Die kleinen, etwas pummelig wirkenden, Vögel haben eine Flügelspannweite von 50-60cm. Durch ihre markante Färbung und vor allem den Schnabel sind sie unverwechselbar und wirken ein Bisschen wie gemalt. Sie leben in großen Kolonien an Steilhängen und brüten in Höhlen. An die Menschenmassen, die jeden Abend zum Vogelfelsen laufen um sie zu bewundern, sind sie mittlerweile gewöhnt und kommen bis auf einen Meter an die Besucher heran. 100 000 der lustigen Vögel brüten hier. Als Flugkünstler, die ihr Leben außerhalb der Brutzeit auf dem Meer verbringen machen sie es den Fotografen aber nicht leicht an gute Flugfotos zu kommen. Aber vor allem zur Abendfütterung, wenn sie mit vielen Fischen im Schnabel von der Jagd zurückkehren hat man gute Chancen.
Ich habe sie auf jeden Fall ins Herz geschlossen und wenn mehrere 1000 dieser Vögel am Abend um den Vogelfelsen fliegen, ist das ein Naturschauspiel, dass man so schnell nicht wieder vergisst.

Die im August flügge werdenden Jungen müssen gefüttert werden

Anflug mit Nistmaterial

Am Abend herrscht am Vogelfelsen reger Verkehr

Mit etwas Geduld und Übung kommt man zu guten Anflugfotos

Tordalk im Anflug auf den Vogelfelsen

Natürlich brüten auf Runde auch andere Vögel, wie Basstölpel, Skuas, Dreizehenmöwen oder Tordalken. Auch die Basstölpelkolonie mit über 2000 Brutpaaren ist sehr sehenswert. Ein guter Platz um sie im Flug zu fotografieren sind die Felsen vor dem Leuchtturm, die direkt in der Aus- und Anflugschneiße auf die Kolonie liegen. Auf der Hochebene der Insel brüten einige Paare der großen Raubmöwe , auch Skua.
Ein weiteres Erlebnis, dass man nicht auslassen darf, ist die Inselrundfahrt mit einem kleinen Boot, dass dicht an die Felsen heranfährt. Vom Wasser hat man nochmal einen anderen Blick auf den Vogelfelsen, besonders an Krähenscharben, die Basstölpelkolonie und die, leider immer weniger werdenden Dreizehenmöwen, kommt man besonders dicht heran.
Die Bilder sind nur eine sehr kleine Schnellauswahl, eine ausführliche Galerie folgt erst wenn wir wieder zu Hause sind.
Mit ihrem sympathischen Camping, der gigantischen Umgebung und den unzähligen besonderen Vögeln ist die Insel Runde wohl einer der besten Plätze für Naturfotografie in Europa und das bisherige Highlight unserer Reise.

Basstölpel, von den Felsen beim Leuchtturm fotografiert

Skua oder große Raubmöwe

Beachen

Die bei Stryn gelegene überhängende Wand ist auf jeden Fall auch einen Besuch wert und bietet ein gutes Spektrum von 6a bis 8a für ein paar Klettertage. Die Touren durch den großen Überhang sind ausdauernde und steile Kletterei an großen Griffen. Im Gegensatz zu Urdviki waren wir hier nicht allein (in Urdviki ist das aber auch nicht normal), doch nicht überlaufen und es war schön ein paar andere Kletterer zu treffen.

Überhängende Kletterei an großen Griffen in Beachen

Mein erster 8a des Urlaubs: Osambabosa. Ich war zeimlich Stolz auf den Überraschungserfolg

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