Meister Bockert

was lange währt..

3 Jahre ist her seit ich meinen ersten Biber gesehen habe: In der Dämmerung zieht ein kleiner brauner Kopf eine Spur durch den angestauten Bach, für ein Bisam ist er aber deutlich zu groß. Die Bilder (unscharf und stark gecroppt) zeigen deutlich dass es ein Biber ist.
Einst ausgerottet leben heute wieder über 20 000 der großen Nager im Freistaat Bayern. Das hinterlässt natürlich Spuren die mittlerweile an vielen Stellen deutlich sichtbar sind, ganze Seen und Auenlandschaften können Biber erzeugen. Ihn selbst zu sehen ist dagegen deutlich schwerer, schließlich verbringt er den Tag in seiner Burg und kommt erst abends heraus. Dann sieht man schon mal seinen Kopf aus dem Wasser schauen, der aber genauso schnell wieder verschwindet wie er aufgetaucht ist. Um Biber außerhalb vom Wasser zu beobachten und zu fotografieren gehört einiges an Geduld und Wissen über ihre Gewohnheiten dazu.

…wird endlich gut

In diesem Sommer ging für mich der große Wunsch Biber ausführlich zu fotografieren in Erfüllung. Ein fotografisch geeignetes Revier zu finden, wo die Tiere nicht zu scheu sind und das nicht zu sehr zugewachsen ist, ist nicht so einfach. Doch an einem großen Bibersee der seit Jahren von mehreren Familien besiedelt wird hatte ich schließlich Erfolg. Mehrere Abende konnte ich die Tiere aus nächster Nähe bei ihrem natürlichen Verhalten beobachten und fotografieren. Ich habe mich leicht getarnt, was auf jeden Fall hilfreich ist wenn man näher rankommen will. Zur Beobachtung aus er Distanz ist es aber nicht unbedingt notwendig, Biber hören und sehen nicht gut.

ausgeprägtes Sozialleben

Generell sind die Nager sehr soziale Tiere, die in Familienverbänden in mehreren Generationen leben. Sie leben monogam, sie gehen also eine lebenslange Einehe ein. Mit 2 bis 3 Jahren suchen sie die Jungtiere ein eigenes Revier, das oft direkt an das Revier der Eltern angrenzt. Um einen konstanten Wasserstand zu halten stauen sie, wenn nötig Bäche und Flüsse an. Oft entstehen so große Wassergebiete, die ökologisch einen sehr großen Wert haben und viele andere Tiere anziehen. In „meinem“ Biberrevier ist eine eben solche Landschaft entstanden. Viele Vogelarten, wie Bekassine und Eisvogel, finden hier einen Lebensraum den es ohne den Biber nicht geben würde. Auch der Schwarzstorch sucht hier schon mal nach Futter.

Biber sind meist nicht die Problemverursacher, wie es oft dargestellt wird, sondern haben einen großen ökologischen Nutzen. Durch effektives Bibermanagment werden Konflikte zwischen Mensch und Tier gelöst, sodass der Biber seine alte Heimat mittlerweile wieder flächendeckend besiedelt hat.

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