Südafrika Teil 5 : Drakensberge

Unser nächstes Ziel auf dem Weg nach Norden sind die Drakensberge an der Grenze zu Lesotho. Klettern ist hier zwar auch möglich, wir wollen die tolle Landschaft aber zu Fuß erkunden. Im Royal Natal National Park soll es eine besonders spektakuläre Wanderung geben.

Der Weg in die Berge führt durch die Stadt, die sich über 10 Kilometer weit erstreckt. Die ganze Stadt ist gefühlt ein einziges Township und wie leider in allen ärmeren Gebieten in Südafrika leben hier ausschließlich dunkelhäutige Menschen. Die Stadt mit ihrer eigentlich wunderschönen Lage am Fuß der Berge zeigt viele der Probleme dieses Landes. Die winzige Industrie kann nicht annähernd Arbeitsplätze für die 50 000 Bewohner bereitstellen und andere sichtbare Einkommensquellen gibt es hier nicht. Das erklärt auch, warum den ganzen Tage über die meisten Menschen an der Straße herumstehen (meistens an Kreuzungen und Bodenwellen), was sie dort tun ist aber nicht ersichtlich. Die Armut ist jedenfalls deutlich sichtbar, die meisten Menschen leben in Häusern die in Deutschland nicht als solche bezeichnet werden würden. Die Kriminalitätsrate muss hier entsprechend hoch sein.

Dazu kommt, dass alles extrem verdreckt ist und die ganze Stadt einer einzigen Müllhalde gleicht.

Wir haben eine Unterkunft ein paar Meter außerhalb der Stadt gebucht, die, wie sich herrausstellt überhaupt nicht außerhalb liegt und direkt an die Slums angrenzt. Der Empfang durch den Besitzer, der wie ein Mafiosi aus dem Bilderbuch aussieht, macht das Ganze nicht besser. Nach einigem Überlegen entscheiden wir hier nicht länger als nötig zu bleiben und reisen am nächsten Tag wieder ab, denn weder wir fühlen uns hier wohl noch sind unsere Wertsachen wirklich sicher aufgehoben.

Die Alternative ist eine sehr teure Lodge in den Bergen, die, wie sich herausstellt, ihren Preis aber wert ist.

Nur ein paar Kilometer oberhalb ist der Parkplatz für den mächtigen Sentinel und die Wanderung zum Amphitheater und den Tugela Wasserfällen. Für diese letzten Kilometer muss man aber den Shuttleservice der Lodge in Anspruch nehmen, außer man hat einen ordentlichen Geländewagen. Mit unserem kleinen Mietwagen wären wir jedenfalls nie am Ende der extrem schlechten Schotterstraße angekommen.

Von hier geht die Wanderung zuerst unter der mächtigen Wand des Sentinel entlang, an dem es anscheinend auch Mehrseilängentouren gibt (ca. 10SL). Genauere Informationen haben wir leider nicht, aber die Felsqualität sieht spitze aus.

Nach 1,5 Stunden, die als 3 Stunden angegeben sind, führt der Wanderweg über einige Leitern auf das Plateau über den Felsen. Am Rand brechen die endlos langen Felswände nahtlos ab, fast senkrecht geht es ins 1000 Meter tiefer gelegene Tal. Von hier stürzen sich auch die Tugela-Falls in die Tiefe, zur Zeit führt der Fluss aber kein Wasser, es ist schließlich Trockenzeit. In ein paar Wasserlöchern leben Frösche, was doch sehr erstaunlich ist, immerhin stehen wir auf knapp 3000 Metern über dem Meer.

Der Ausblick und das sogenannte Amphitheater sind jedenfalls grandios.

 

Der Amphitheater - Ausblick

Der mächtige Sentinel

Wir machen uns wieder auf den Weg nach unten, in der Hoffnung ein paar Geier, vor allem den Bartgeier, fotografieren zu können, die von der Lodge aus gut zu beobachten sind. Im Gegensatz zum Vormittag zeigen sie sich aber leider nicht mehr.

So genießen wir den Abend an diesem sicheren Platz mit toller Aussicht und afrikanischem Sternenhimmel.

Am nächsten Tag fahren wir weiter. Das Ziel ist das bekannteste Sportklettergebiet Südafrikas, Waterval Boven. Die Durchfahrt durch die oben beschriebene Stadt fühlt sich nicht besser an als am Tag zuvor und wir sind froh, als wir am Ende angelangt sind.

Die Fahrt ist sehr öde, über mehrere Stunden geht es durch vertrocknete, flache Landschaften und einige sehr arme Städte. Das Fahren auf der linken Staßenseite ist mittlerweile zu Gewohnheit geworden, immernoch komisch ist die Vorfahrtsregelung „first come, first drive“ an vielen Kreuzungen. Das bedeutet, dass an allen Seiten ein Stoppschild steht und wer zuerst da war, darf zuerst fahren. Aus unserer Sicht ein ziemlicher Blödsinn, der nur zu Chaos und langen Wartezeiten führt. Zu Südafrika passt das System aber ganz gut, hier fährt sowieso jeder, wie er will.

Im Sommer stürzen hier die Tugela-Falls in die Tiefe, im Winter der Max

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